Bachelor – welche Möglichkeiten hat man damit?
10. August 2011 # 09:54 # Studium # Keine Kommentare
Bereits im Jahre 1999 unterzeichneten 29 europäische Bildungsminister die so genannte Bologna-Erklärung. Sie erklärten damit das Ziel bis 2010 einen einheitlichen Europäischen Hochschulraum zu schaffen. Ein wesentliches Teilziel des Bologna Prozesses sollte die Vereinheitlichung der Bildungsabschlüsse sein. Auf diese Weise sollte die berufliche Mobilität innerhalb Europas befördert werden.
Die Skepsis ist groß
An den deutschen Hochschulen regte sich erheblicher Widerstand gegen diese Vorgaben. Viele meinten, dass die Abschaffung des Diploms als erster akademischer Grad ein Verlust sei, schließlich würde dieser Titel weltweit anerkannt sein und für Qualität bürgen. Inzwischen wurden an den meisten Universitäten und Fachhochschulen Studiengänge mit dem Abschluss “Bachelor” eingerichtet und die ersten Absolventen mit diesem Titel starten ihre berufliche Laufbahn. Die Skepsis ist groß und viele befürchten, dass die meisten Personalchefs mit dem neuen akademischen Grad nichts anfangen könnten. Umfragen bestätigten, dass es in vielen Unternehmen noch nicht klar ist, was ein Bachelor an Wissen mitbringt und wie er in die bekannten Strukturen einzuordnen ist.
Traineeprogramme für den Einstieg
Gerade in den Bereichen, in denen ein Mangel an qualifizierten Absolventen fehlt, sind die Verantwortlichen aufgeschlossener und bieten den Bewerbern genau wie den Absolventen mit Diplom oder Masterabschluss Traineeprogramme an. In diesen Programmen lernen alle, unabhängig vom erreichten Abschluss, verschiedene Bereiche des Unternehmens kennen und können erste Erfahrungen sammeln. Die ersten Erfahrungen eines solchen Vorgehens sind sehr ermutigend. Es zeigt sich, dass der Bachelorabschluss durchaus ein positives Merkmal sein kann. Den Absolventen dieser Studiengänge wurde sehr viel abverlangt. Sie mussten ein sehr umfangreiches Pensum in einer kurzen Studienzeit absolvieren. “Ewige Studenten” kann es nicht geben, wer die nötige Disziplin nicht mitbringt, kann die straffen Vorgaben nicht schaffen. Auch die Praxisbezogenheit des Studiums fällt bei vielen Studenten auf fruchtbaren Boden. Sie haben konkretere Vorstellungen vom Berufsziel und sind sehr engagiert. In Unternehmen, die nicht in erster Linie nach Diplom oder Bachelor sondern vor allem nach anderen Kriterien Ausschau halten, hat der Bachelor gute Chancen. Von den Personalabteilungen wird es positiv gesehen, dass diese Absolventen noch jung sind und sich gut in das Unternehmen einfügen können. Eventuell fehlendes Wissen lässt sich erarbeiten und die Gelegenheit, den Abschluss als Master berufsbegleitend zu erwerben, ist auch nicht zu verachten. Für Absolventen, die eine Stelle suchen, gibt es viele Jobs und Stellenangebote im Internet.
Bild: Stefan Thiermayer – Fotolia
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